Abschied von Rudolf Trenkel

Trauer um unseren Sarotti 1 – Abschied von Rudolf Trenkel

Der ehemalige Staffelkapitän der 2./JG52 – Sarotti 1, ist am 26. April 2001, für uns alle überraschend verstorben.

1936 meldete er sich als Freiwilliger und war 1939 Uffz. der Luftwaffe. Über die III./JG77 kam Rudi dann als Feldwebel am 1.5.42. zum Stab des JG 52, hier erzielte er seine ersten 3 Luftsiege, u. A. auch als Rottenflieger von Hannes Wiese. Im Juni 42 wurde er zur 2./JG 52 versetzt. Staffelkapitän wurde Johannes Wiese. Unter dessen Führung ist Rudi dann zu einem der erfolgreichsten Nachwuchspiloten geworden. Nach einem Jahr konnte er bereits 76 anerkannte Luftsiege verbuchen, wofür ihm am 19.08.43 das Ritterkreuz verliehen wurde.

Danach wurde er Jagdlehrer bei der Erg.Gr.Ost. Im Oktober 1943 kehrte er wieder, inzwischen als Oberleutnant, zur 2./JG 52 zurück, und übernahm nach mehreren Verwundungen, die sogenannte Sarottistaffel im August 44 als Staffelkapitän und Sarotti 1. Bis Kriegsende bzw. einer schweren Verwundung, brachte er es auf 138 Luftsiege.

Während des Krieges hatte Sarotti1 seine liebe Ida (Vivi ) kennenund liebengelernt. Beim Rückzugstross des JG 52 war Ida schon mit dabei, auch noch in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Im US-Kriegsgefangenenlager K3 Strakonitz / Tschechei, hat sich dann noch eine historische Besonderheit ereignet. Rudi und seine Ida haben dort am 14.05.45 geheiratet, OTL Herman Graf als Kommodore des JG 52 vollzog die Trauung. Trauzeugen waren Hptm. Erich Hartmann und Maj. Adolf Borchers. Hierbei wurde auch letztmalig der Geschwadermarsch des JG 52 aufgespielt, bevor dieser dann für über 50 Jahre in den USA verschwand.

Diese Eheschließung sollte symbolisch für den Weg der 52er, vom Kriege in den Frieden gesehen werden. Danach haben dann die Amerikaner die I. und III. Gruppe des JG 52 an die Russen übergeben. Rudi hatte wieder Glück, nach einem Monat kam er zurück in die Heimat, aufgrund seiner schweren Verwundung. Rudi / Sarotti wie er auch immer bis zuletzt genannt wurde, war ein absolutes Original als Jagdflieger aber auch als Kamerad und Mensch! In der Heimat seiner Ida in Wien, war er immer bemüht um die Kameradschaft der 52er uns seinen Fliegerfreunden in aller Welt. Sein großes Herz und Haus, mit seiner lieben Vivi, hatten immer offene Türen, für seine alten und jungen Fliegerkameraden und Freunde!

Wir trauern um einen väterlichen Freund und guten Kameraden – – – Rudolf Trenkel!

Wir wünschen einen letzten guten Flug mit Waidmanns-Heil und Horridoh, mit Waidmanns-Dank und einem letzten dreifachen

Horridoh auf Sarotti 1 !

(MW –TG-JG52)