JG 52 Museum – Technische Information 01/2003

Mit dieser Ausgabe wollen wir beginnen, Ausführungen über technische Bauteile, Baugruppen und Teile von ehemaligen deutschen Jagdflugzeugen zeigen. Abwechselnd aber auch über Orden und Ehrenzeichen, wie z. B. Flugzeug-füherabzeichen, Frontflugspange, Eisernes Kreuz, usw.

Die wichtigsten Männer in der damaligen Luftwaffe waren schließlich die „Schwarzen Manner“, ( Flugzeugmechaniker für die die es noch nicht wissen), zumindest wird das vereinzelt jetzt endlich zugegeben.

Beliebteste Trophäe eines jeden schwarzen Mannes, aber auch der Piloten, war natürlich die „Borduhr mit Stopp-einrichtung“ aus einer Me 109 oder FW 190!

Borduhr mit Stoppeinrichtung

Borduhr mit Stoppeinrichtung

Technische Daten

Navigationsgeräte: Borduhr FL 23885, Hersteller Junghans AG

Baumuster Bo – Uk I, Gerät Nr: 127 – 553 A  ( RLM )

Blindfluguhr mit Chronograph, Werk J30 BZ mit 15 min und 30 min – Zähler, Modell & Baujahr 1938 bis 1940.

Fleig/RLM - Technische Baumusterzeichnung Borduhr

Fleig/RLM – Technische Baumusterzeichnung Borduhr

Nach den Baumustervorgaben vom RLM und nach LDV musste diese Uhr den härtesten Bedingungen standhalten. Dies war im Allgemeinen auch so der Fall. Das RLM hatte leider aber nicht den hohen Souvenirwert, den diese Borduhr bei Piloten und Mechanikern fast magisch auslöste, mitberechnet. Beispielsweise war bei einer auch nur leichten Notlandung eines Jagdflugzeuges, meist nur die Borduhr  beschädigt, dass nur diese ersetzt werden musste. Auf dem Wege zwischen Ausbau und Reparatur, oder gar vielleicht durch Feindeinwirkung, ging die Uhr dann meist aus unerklär-lichen Gründen zu Verlust!

Wir sind  sicher dass die Produktionszahlen der Borduhr bei Junghans und den Lizenzbauherstellern um mindesten 1/3 höher lag,  als bei den   Herstellern von allen  Jagdflugzeugen!

Schachtel Borduhr

Schachtel Borduhr

Von den Her-stellern wurde die Uhr in einer speziellen Über-sendungs- Karton  ausgeliefert. Im selben Karton sollten die be-schädigten Uhren eigentlich von der Front zurückge-liefert werden, aber wie bereits erwähnt ging dann Beides verloren. Diese Stücke sind heute absolute Raritäten und bei den Sammlern sehr beliebt. Der Verpackungskarton ist heute noch rarer als die Uhr selbst. Bei unseren ehemaligen Jagdfliegern, hauptsächlich aber bei den „Schwarzen Männern“, kann man diese Borduhren vereinzelt auch heute noch besichtigen.

Von  1938 bis Kriegsende gab es drei verschiedene Grund-ausführungen der Borduhren von den beiden Hauptherstellern Junghans und Kienzle mit den Zulieferfirmen. Bo-Uk I, Bo-Uk II und Bo-Uk III. Es sind auch noch Herstellervarianten bekannt, die ab Baujahr 1943 und 1944,  am Uhrengehäuse material-bedingt, gegen andere fast Gleichwertige vorhandene Werk-stoffe ersetzten. So wurde z. B. die Drehlünette, die bisher aus Messing gefertigt, wurde dann ersatzweise aus Alu, folgend aus Pertinax und zuletzt dann aus Feinzink, oder aus Kombi-nationen daraus hergestellt. Ähnlich war es beim Aufzug. Durch diese Material- und Herstellungsunterschiede, sind etwa 10 verschiedene Untervarianten bekannt. Weitere technische Daten: 8-tägige Gangdauer, Zifferblatt Schwarz mit Leucht-zahlen, Zeiger weiß und nachtleuchtend, nachleuchtende Minutenskala und Startmarke, Lünette drehbar.         (M.H.H.W.)

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