Wir trauern um unser Ehrenmitglied und Ehrenkommodore

Hans Ekkehard Bob

Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes

und anderer hoher Auszeichnungen.

 

* 24. Januar 1917   †  12. August 2013

 

Ein langes Fliegerleben ist friedlich zu Ende gegangen

 

Hoher  Flug

 

Oh, ich bin über die sicheren Bande
der Erde hinübergeglitten,
und bin auf silber lachenden Fügeln
in den Himmel getanzt.

Der Sonne entgegen stieg ich empor
und gesellte mich zu der wirbelnden Freude
der von Sonne zerrissenen Wolken-
unll tat hundert Dinge,
von denen du nie geträumt hast. –
Ich rollte und schwebte und schwang
hoch oben in sonnenerleuchteter Stille.

Schwankend jagte ich dem heulenden Winde nach
und schleuderte mein eifriges Flufzeug
durch bodenlose Hallen Fon Luft…

Hinauf, hinauf in das lange,
wahnsinnige, brennende Blau
habe ich mit leichter Grazie
die windgepeitschten Höhen überflogen,
wo nie die Lerche, nicht einmal der Adler flog. –
Und wenn mit schweigender, erhobener Seele
die hohe, nie betretene Heiligkeit
des Raumes ich durchflog,
streckte ich die Hand aus
und berührte das Antlitz Gottes.

 

John Gillespie Magee Jr., Pilot

 

Hans Ekkehard Bob war die letzte hochkarätige Galionsfigur der deutschen Jagdflieger aus dem II. Weltkriege. Ein besonderes Original auch in der Sportfliegerei, so ist er selbst noch bis ins hohe Alter hinein mit über 90 Jahren noch aktiv geflogen.

 

Er kam Ende der 30iger Jahre über verschiedene verschiede fliegerische Stationen dann letztendlich zu seiner späteren Stammeinheit dem Jagdgeschwader 54 und dort zur 9. Staffel. Seinen ersten Luftsieg erzielte er am 10.05.1040 mit dem Abschuß einer Gloster- Gladiator. Am Ende des Frankreichfeldzuges hatte er 4 Abschüsse.

In der Luftschlacht um England konnte er 14 britische Jagdflugzeuge und einen Bomber Blenheim abschießen.

Am 10.10.1940 wurde er schon Staffelkapitän der 8./JG54 und übernahm dann am 28.11.1940 seine ehemalige 9./JG54.

Hans Ekkehard Bob

Hans Ekkehard Bob

Das Ritterkreuz erhielt er nach 19 Luftsiegen schon am 07.03.1941. Das Deutsche Kreuz in Gold dann am 24.12.1942. Den Ehrenpokal für besondere Leistungen im Luftkriege erhielt er zuvor schon am 28. 9. 1940. An der Ostfront erreichte er am 29.9.1942 seinen 5o.sten Abschuß. Darunter 4 Bomber am 30.06. 1941. Nach der Verlegung seiner Gruppe in die Reichsverteidigung rammte er am 17.04.1943 eine B-17 Fortress und schoß auch noch eine Spitfire ab. Am 01.08.1943 kehrte er an die Ostfront zurück und übernahm als Kommandeur die IV./JG51. Ab Mai 1944 führte er dann die II./JG 3 in der Reichsverteidigung und an der Invasionsfront. Dann ab August wurde er Kommandeur der II./ Ergänzungsjagdgeschwader 2 und schulte die Nachwuchspiloten. Im letzten Kriegsmonat wurde er noch zum Jagdverband 44 – Galland versetzt. Knapp 700 Feindflüge mit 60 Luftsiegen mit 1 Viermot, davon 37 Ost, 2 Balkan und 21 West. Nach dem Kriege wurde er ein sehr erfolgreicher Unternehmer und Familienvater. Der Fliegerei blieb er immer und bis zuletzt treu, wollte sogar noch mit uns nach Altenstein und auf die Hahnweide. Zu den 52er ist er gekommen, da sich aus seiner fliegerischen Vergangenheit als Flugzeugführer sich sein Werdegang mit dem späteren Kommodore des JG 52 Karl Heinz Leesmann kreuzte, als dieser Kommandeur einer Gruppe des SG10 war, bei dem Bob auch einige Monate flog und schulte. Altenstein lag Ihm immer besonders am Herzen, da er dort eine Kameradschaft erleben durfte, so wie er diese auch vom JG 54 und JG 51 her gewohnt war. Wenn die Wetterlage gut war, ist er immer selbst Altenstein von Freiburg aus angeflogen, dieses auch noch als Alleinflug im 90sten Lebensjahr. Er war ein wirkliches Urgestein der Fliegerei und wurde so zu einem hochkarätigen fliegerischen Original und somit dann auch zu unser aller Galionsfigur der ehemaligen Jagdfliegerei !

Wer unseren Hans Ekkehard Bob persönlich kannte, der weiß, dass ich hier nicht übertriebe.

Am 20. August fand die Trauerfeier für ihn in Staufen bei Freiburg statt.

 

Ich hatte schon aus den früheren Jahren ein Schreiben von Hans Ekkehard Bob, in welchem er mich beauftragte,  bezw. verdonnerte, bei seiner Trauerfeier/Begräbnis mit einer Kette von 3 Bücker 131, einen Überflug zu organisieren. Diese habe ich Ihm dann natürlich auch noch in die Hand versprechen müssen. Damals hatte ich alle mir bekannten Bückerpiloten sofort darüber verständigt, dass es kurzfristig zu so einer Möglichkeit kommen könnte, – und alle haben damals sofort zugesagt bei einem Überfluge dann auch mitzumachen. Die Zeiten haben sich auch leider hier geändert. „ Der alte Lotse ist von Bord gegangen, – und alle haben Ihre Fahnen gleich  in andere Richtungen gestellt.

Zu Sicherheit hatten wir von der Meiermotor Werft die Zusage für einen Überflug mit einer Mustang oder einer Jak. – Herzlichen Dank !

Am Vortage meldete sich dann doch noch ein Bückerpilot bei Freiburg, zu dem wir 2 Tage vorher noch keinen Kontakt hatten. Er hat seine Termine verschoben und sah es als fast selbstverständ-liche  Ehrensache an den Überflug 3-fach und auch noch mit zwei 4 Mtr. langen Trauerschleifen

zu fliegen. Ihm dem Fliegerkameraden Hubertus gebührt unser Respekt und herzlichster Dank !

So haben wir es gerade doch noch geschafft die Trauerfeier etwas würdiger und bewegender zu gestalten.

Hans Ekkehard Bob war Vorbild für seine Generation, dann noch mehr Vorbild für meine die Nachkriegsgeneration, sowie die Generation meiner Kinder und Kindeskinder. Hans Ekkehard Bob hat uns allen so viel gegeben, dass wir Ihn niemals vergessen werden. –  ja können.

H. E. Bob

Unvergessen im Jahre 2007, der Erstflug von unserem Kameraden Obergefreiter a. D. und Ritterkreuzträger Kurt Bischoff ( verstorben 11. Jan. 2013) , der bis zu seinem 83. Lebensjahr nie in ein Flugzeug gestiegen wäre. Bei Hans Ekkehard Bob war das natürlich was ganz anderes, da dieser ja auch Ritterkreuzträger war. (Foto v. l. H. E. Bob, Kurt Bischoff und M.H.H.W.)

Mit dem gleichen Lächeln wie er uns immer empfangen hat werden wir uns stetz sehr gerne an Ihn erinnern und dankbar sein, dass wir solch ein Fliegeridol und Fliegeroriginal kennen lernen durf-ten und als unseren Ehrenkommodore und Fliegerkameraden in unserer Mitte hatten.   ( M.H.H.W. )

Tags: