JG 52 Treffen in Altenstein 2000

Peter Düttmann (Bonfazius) während seiner Ansprache am Ehrenmal

Peter Düttmann (Bonfazius) während seiner Ansprache am Ehrenmal

Bereits seit 1977 treffen sich die ehemaligen Angehörigen des JG 52 mit ihren Copilotinnen und Freunden im fränkischen Altenstein, so auch vom 08. bis 10.September 2000. Schon beinahe gewohnheitsmäßig strahlte eine spätsommerliche Sonne vom blauen Himmel, als im Laufe des Freitags die Massen eintrudelten. Massen ist wörtlich zu nehmen: die an sich schon hohe Teilnehmerzahl von 1999 wurde noch erheblich übertroffen, darunter zur allgemeinen Freude auch viel ,,junge Leute”. Besonders und herzlich willkommen gehießen wurden die beiden Generale a.D. Friedrich Obleser und Günter Rall, beide ehemalige 52er.

Wie stets, war der Freitagabend dem zwangslosen Beisammensein gewidmet und die Gespräche flogen munter von Tisch zu Tisch. Natürlich spielte dabei auch die ,,Weisse Drei” aus Krasnodar eine Rolle, eine in Italien phantastisch restaurierte Me 109 G-4 des JG 52, über die im ,,Jägerblatt” bereits berichtet worden ist und um deren Verbleib in Europa, vielleicht sogar in Deutschland die Traditionsgemeinschaft eifrig bemüht ist.

Am Samstag Vormittag wurde am Platz des schlichten Ehrenmals der Gemeinde Altenstein der Gefallenen gedacht. Nach einfühlsamen Worten des Pfarrers und einem gemeinsamen Gebet erinnerte Peter Düttmann an die Toten und es erklang das Lied vom “Guten Kameraden”, vervollständigt durch 3 Böllerschüsse als Salut. Während dieses feierlichen Aktes überflogen 2 Bücker 131 Jungmann im engen Verband mehrmals die Gedenkstätte und mancher mag beim Anblick der beiden Doppeldecker an seine um Jahrzehnte zurückliegenden eigenen Erfahrungen mit diesem Flugzeugtyp gedacht haben.

Wie bereits im Vorjahr, so war auch diesmal der unweit Altensteins gelegene Flugplatz Ebern- Sendelbach Gastgeber der 52er Schar und ihrer Freunde. Es war ausgiebig Gelegenheit zu Gastflügen mit den beiden Bucker 131 und so mancher Passagier mag während des Fluges an das vergangene Mittagessen gedacht haben, enthielten die Flüge doch, wie sich das gehört, sehr sauber geflogene Loopings, Rollen, Turns, Auf- und Abschwünge. Der Chronist konnte sich jedoch ,,eigenäugig” vom sauberen Zustand der vorderen Cockpits nach jeder Landung überzeugen ! Als zusätzliches ,,Schmankerl” landete im Verlauf des Nachmittags noch eine wie neu aussehende FW 44 ,,Stieglitz”. Der Vogel war ja auch erst 63 Jahre alt (Baujahr 1937) und das Original- Typenschild des Barmo (Siemens) Sh 14-Sternmotors ,,Brandenburgische Motorenwerke Berlin Spandau” erregte große Begeisterung. Wie immer bei so schönen Ereignissen verging die Zeit viel zu schnell und der Rückweg nach Altenstein mußte angetreten werden.

Die Trauerkränze vom JG 52, der Gemeinschaft der Jagdflieger und  der Bw- Luftwaffe.

Die Trauerkränze vom JG 52, der Gemeinschaft der Jagdflieger und der Bw- Luftwaffe.

Herzlichen Dank an die Fliegerkameraden aus Ebern und ihre Helfer/-innen!
Traditionsgemäß ist bei den 52er Treffen der Samstagabend immer etwas ,,offiziell”. Nach verschiedenen Ansprachen und Vorträgen sowie der Erledigung notwendiger Regularien dankte General a. D. Günther Rall insbesondere unserem ,,Spiritus Rector” M.H.H. Wägenbaur einschließlich seiner ganzen Familie und den übrigen fleissigen Helfern für deren aufopfernde Tätigkeit für die Traditionsgemeinschaft JG 52 und die Organisation des diesjährigen Treffens. Die Anwesenden schloßen sich diesem Dank mit einem dreifachen Horridoh an.

Weil Altenstein eine respektable Burgruine besitzt, hatte sich unser Organisator (er ist unter anderem auch Sprengmeister) eine besondere Überraschung ausgedacht und die Ruine als Basis eines respektablen Feuerwerks genutzt. In die Luft geflogen sind allerdings nur zahlreiche Raketen; die Burgruine blieb unerschütterlich stehen. Es muß festgestellt werden: die alten 52er können feiern! Mitgefeiert und eifrig mit-diskutiert haben zur allgemeinen Freude auch zahlreiche junge Fliegerfreunde, die natürlich insbesondere die ,,Alten Adler” nicht nur mit Fachfragen, sondern auch mit Signiernungswünschen überschütteten und so mancher wird sich überlegt haben, bei welcher Gelegenheit er so oft seinen Namen schreiben mußte.

Der Sonntagmorgen vereinigte nahezu alle Teilnehmer/-innen noch zum gemeinsamen Frühstück, bevor die Rückreise angetreten wurde. Schon heute sei auf Altenstein 2001 vom 07. bis 09. September hingewiesen: sicherlich wird auch dieses Treffen die über 20-jährige Tradition würdig fortsetzen.

Von L.n.r. Johannes Broschwitz, Otto Fiehig, Werner Hohenberg, Günther Rall, Peter Düttmann, Heinz Ewald, Walter Wolfrum, Friedrich Obleser und Viktor Petermann.

Von L.n.r. Johannes Broschwitz, Otto Fiehig, Werner Hohenberg, Günther Rall, Peter Düttmann, Heinz Ewald, Walter Wolfrum, Friedrich Obleser und Viktor Petermann.

Zwei ehemalige Inspekteure der Bw-Luftwaffe beim small-talk: Friedrich Obleser und Günther Rall

Zwei ehemalige Inspekteure der Bw-Luftwaffe beim small-talk: Friedrich Obleser und Günther Rall

Sechs Ritterkreuzträger vor der Flugzeughalle in Ebern, v.l.n.r.: Günther Rall, Friedrich Obleser, 'Bonifazius' Düttmann, Viktor Petermann, Walter Wolfrum und Heinz Ewald.

Sechs Ritterkreuzträger vor der Flugzeughalle in Ebern, v.l.n.r.: Günther Rall, Friedrich Obleser, ‘Bonifazius’ Düttmann, Viktor Petermann, Walter Wolfrum und Heinz Ewald.

Vor der stolzen Fahne des erfolgreichsten Geschwaders des zweiten Weltkrieges

Vor der stolzen Fahne des erfolgreichsten Geschwaders des zweiten Weltkrieges

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