Nr: 36

Die Ritterkreuzträger des Jagdgeschwaders 52

JG 52


3. Gruppe

7./, 9./ Staffel

Hartmann, Erich

Leutnant

Geb.19.04.1922 Weissach/Württemberg † 20.09.1993 Weil Schönbuch

Ehrenpokal am 13.09.1943; Deutsches Kreuz in Gold am 06.12.1943
Ritterkreuz am  29.10.1943 als Leutnant, & Staffelkapitän der  9./JG 52
Eichenlaub am 02.03.1944 als Leutnant, & Staffelkapitän der  9./JG 52
Schwerter am 02.07.1944 als Oberleutnant, & Staffelkapitän der  9./JG 52
Brillanten am 25.08.194´4 als Oberleutnant, & Staffelkapitän der  9./JG 52
212 Luftsiege, davon 10 im Westen, bei etwa 830 Feindflügen.

„Bubi“ nach seinem Abitur trat er am 1. Oktober 1940 in die Luftwaffe ein, kam am 1. 03. 1941 auf die Luftkriegschule Berlin Gatow und wurde als Jagdflieger ausgebildet und wurde am 31. 03. 1942  zum Leutnant befördert, gehörte ab 20. 08. 1942 zur Erg. Gr. Ost.

Am 10. 10. 1942 dann an die Ostfront zur 7./JG 52. Er wurde dort gleich Oberfeldwebel Roßmann als Rottenflieger zugeteilt. Als es zum ersten Feindflug kam, ging bei ihm beinahe alles schief. Er löste sich ohne Erlaubnis von seinem Verband, verflog sich und zerstörte seine Maschine bei einer Bruchlandung, nachdem er seinen gesamten Treibstoff verflogen hatte. Als Folge daraus teilte man ihn dem sehr erfahrenen Oltn. Krupinski zu und dann Fw. Grislawski, der sich Hartmann annahm, wie vieler anderen jungen Piloten zuvor auch, Grislawski, verpasste ihn dabei auch den Spitznamen “Bubi“ den er dann Zeit seines Lebens trug.

Seinen 1. Luftsieg erzielte er am 5.11.1942. Dabei schoss er eine russische IL-2 aus nächster Nähe ab. Das Flugzeug explodierte und Teile des Wracks trafen seine Me-109 und zwangen ihn dazu in unmittelbarer Nähe seines ersten Opfers Not zu Landen. Am 17.07.1943 erzielte er bei der Offensive bei Kursk 7. Abschüsse. Und am 20.08.1943 errang er seinen 89. und 90. Luftsieg.

Einen guten Monat später schoss er über dem Donez Gebiet ein russisches Jagdflugzeug ab, musste jedoch nur Minuten später infolge eines Flak Treffers ebenfalls über feindlichem Gebiet notlanden und wurde gefangen genommen. Es gelang ihm jedoch sich während eines Stuka-Angriffs sich aus der Gefangenschaft zu befreien und nach zwei Tagen die eigenen Linien wieder zu erreichen. Nach einer dreiwöchigen Pause setze er seinen Siegeslauf fort.

Am 2.09.1943 wurde er Staffelkapitän 9./JG 52“Karaya“ und erhielt am 13.09.1943 den Ehrenpokal und am 17.10.1943 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Der Oktober 1943 verlief mit 33. Luftsiegen ebenfalls sehr erfolgreich. Am 29.10.1943 erhielt er nach seinem 148. Luftsieg das Ritterkreuz verliehen und am 2.03.1944 für seinen 200. Luftsieg, das Eichenlaub und wurde zum Oberleutnant befördert, nach seinen 266. Luftsieg erhielt er die Schwerter zum Ritterkreuz verliehen. Innerhalb von vier Wochen schoss er 78. russische Flugzeuge ab. Am 23.08.1944 besiegte er acht Gegner, am Tag darauf elf, was ihm auf 301. Abschüsse brachte.

Me109 Hartmann

Me109 Hartmann

Am 25.08.1944 verlieh man ihm das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes das ihm am 26.08.1944 im FHQ- Wolfsschanze in Ostpreußen überreicht wurde. Es folgte nach der Verleihung der Brillanten das obligatorische Feindflugverbot und eine Kommandierung zum Erprobungskommando Me 262. Die Beförderung zum Hauptmann erfolgte am 1.09.1944 und genau zwei Monate später wurde er Kommandeur I./JG 52.

Am 1.03.1945 erhielt er den Befehl sich in Lechfeld zu melden, zur Umschulung und Einweisung auf die Me-262 Düsenjäger. Ab dem 25.03.1945 war er wieder an der Front seiner alten I./JG 52.

Am 17.04.1945 erzielte er den 350. Luftsieg sein letzter und damit 352. Abschuss und hatte (1.404 F.F.), gelang ihm am 8.05.1945 über Brünn (CSSR) und wurde noch zum Major befördert. Am 8.Mai 1945 kapitulierte das JG 52 bei Pisek und ging in amerikanischer Gefangenschaft, das und rund 2.000 Angehörige wurden aber am 24.05.1945 an die Russen ausgeliefert und mussten in die russisches Gefangen-schaft gehen.

Erst am 15.10.1955 gelang es Bundeskanzler Adenauer ihn und die letzten deutschen Kriegsgefangenen aus Russland zu holen.

04.04.1944 Eichenlaub-Verleihung am Obersalzberg/Berchtesgaden.

Hartmann trat bereits 1956 als Major wieder in den aktiven Dienst ein Bundeswehr-Luftwaffe und wurde in Luke-Texas (USA) als Jet-Pilot ausgebildet. Als Major übernahm er im Sommer 1959 bis 1962 als Kommodore das JG 71“Richthofen“ in Ahlhorn. Am 12. Dezember 1960 wurde er zum Oberstleutnant befördert, und kam ins Luftwaffen-Amt nach Portz-Wahn bei Köln. 7 Jahre später zum Oberst befördert. Am 30. September 1970 verließ er die Luftwaffe auf eigenen Wunsch.

Bubis Grab - Weil im Schönbuch

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