Johannes Steinhoff

Oberst


* 15 9.1913 Bottendorf/Unstrut/Provinz Sachsen


RK 30.8.1941 als Oberleutnant, EL (Nr.115) 2.9.1942 als Hauptmann, 5 (Nr. 82) 28.7.1944 als Oberstleutnant, EP 18.8.1941


“Mäcki”  ging 1934 als Seeoffiziersanwärter zur Reichsmarine und  wurde 1935 als Oberfähnrich z.S. in die Luftwaffe  übernommen. Bereits Ende 1938 führte er eine  provisorische Nachtjagdstaffel im Lehrgeschwader 1 und  wurde am 1.9.1939 Staffelkapitän 10.(Nachtjagd)/JG 26,  deren Nachtjagdversuche nur sehr halbherzig blieben. Am  18.12.1939 schoß er über der Deutschen Bucht zwei  Wellington-Bomber ab. Am 1.2.1940 übernahm er die 4./JG  52 und brachte am 10.5.1940 an der Westgrenze zwei  Bristol-Blenheim zum Absturz. Am Kanal gelang ihm bis  Mitte Mai 1941 der Abschuß von vier Spitfire. An der  Ostfront erzielte er in rascher Folge zahlreiche  Luftsiege, so daß ihm nach 35 Abschüssen das  Ritterkreuz verliehen wurde. Bereits am 2.12.1941 war der  50. Luftsieg fällig. Am 1.3.1942 wurde er Kommandeur  ll./JG 52. Mit seinem 52. Luftsieg am 9.5.1942 begann eine  weitere lange Erfolgsserie, wobei er am 23.8.1942  (81-85.) und am 30.8.1942 (95-99.) jeweils 5 Abschüsse  errang. Am 31.8.1942 meldete er den 100. und 101.  Luftsieg und wurde mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Bis  zum 26.9.1942 brachte er es auf 10 und kam nach  fünfwöchiger Pause Anfang November 1942 wieder zu  seiner Gruppe zurück, die mittlerweile an der  Stalingrad-Front im Einsatz stand. Allein im Dezember  1942 erzielte er 21 Luftsiege (119. – 139.), am 2.2.1943  den 150. Als er am 1.4.1943 das JG 77 in Tunesien als  Kommodore übernahm, hatte er 156 Abschüsse. Unter  schwierigsten Bedingungen führte er sein Geschwader in  Italien in einem nahezu aussichtslosen Kampf gegen die  ungeheure materielle Überlegenheit der  anglo-amerikanischen Luftwaffe. Am 25.8.1943 konnte er  in der Nähe des eigenen Flugplatzes Foggia innerhalb von  vier Minuten vier P-38 Lightning abschießen (161-164), am  1.12.1943 eine Mosquito, und erhielt nach 168 Luftsiegen  die Schwerter zum Eichenlaub. Im September 1944 schoß er  in Ungarn vier Gegner ab. Am 1.12.1944 wurde er Kommodore  des mit der Me 262 ausgerüsteten JG 7, wurde aber  bereits im Januar 1945 wegen Differenzen mit der obersten  Luftwaffenführung abgelöst und kam als Adjutant zum JV  44 Galland. Dort erzielte er mit der Me 262 sechs Abschüsse,  darunter drei sowjetische Flugzeuge. Am 18.4.1945  verunglückte er in München-Riem beim Start und erlitt  schwere Verbrennungen. Erst 1947 konnte er das Lazarett  verlassen.

178 Luftsiege, bei 993 Feindflügen,  darunter 105 Jaboeinsätze, davon 155 im Osten, 4 Viermots, 1 Mosquito, 6 mit der Me  262, 35  Lastkraftwagen, 1 Spähwagen, 1 Schnellboot und 1  Motorboot vernichtet. Unter seinen Ostabschüssen  befinden sich 27 Bomber, 10 Il-2 und 109 Jäger.

Johannes Steinhoff Profil

Johannes Steinhoff Profil

"Mäcki" Steinhoff als Gruppenkommandeur an der Ostfront

“Mäcki” Steinhoff als Gruppenkommandeur an der Ostfront

(  © + ®  Dokumentation von Ernst Obermeier & Robert Emmert & Norbert Beyerlein &  Bernd Barbas & M.H.H.W.  und Archiv TG-JG52 e. V. )