Hans Hofmann erzählt

Bis vor wenigen Jahren war Hans Hofmann alljährlich unser Wirt und Gastgeber in seinem gemütlichen Hotel-Gasthof im schönen Altenstein. Nun hat er sich zur Ruhe gesetzt und für uns anlässlich der 25. Wiederkehr des alljährlichen Treffens der Traditionsgemeinschaft JG 52 im September 2002 in seinen Erinnerungen gekramt:

 

„Sehr geehrte Damen und liebe Kameraden,

Ich freue mich, dass ich auch zur 25jährigen Wiedersehens-feier des Jagdgeschwaders 52 eine so große Zahl von Gästen begrüßen kann und möchte daher kurz erzählen, wie es zu diesen Treffen ausgerechnet hier in Altenstein kam. Viele von euch, die in den letzten Jahren zu unserer Gemeinschaft gekommen sind, kennen mich halt nur als den gastgebenden Wirt, aber auch ich war Angehöriger des JG 52. Nach meiner Grundausbildung in Crailsheim und Wien-Stammersdorf kam ich am 20. April 1940 zur II. Gruppe des JG 52 in Speyer. Nach dem Frankreichfeldzug und dem Einsatz an der Kanalküste bei Dünkirchen und Calais kamen wir 1941 nach dem Osten. Ich war Sankafahrer und bis zum Kriegsende bei der II./JG 52 immer auf Bereitschaft am Gefechtsstand. Bei Kriegsende hatten wir das Glück, dass wir von den Amerikanern gefangen genommen und nicht wie die Angehörigen der I. und III. Gruppe an die Russen ausgeliefert wurden.

1951 habe ich zufällig in Bamberg Heinz Ewald getroffen. Ich wusste, dass er aus Danzig stammte, aber wo er nach Kriegsende abgeblieben war, wusste ich nicht. Wir haben uns in den folgenden Jahren des Öfteren getroffen; er war bei uns in der Gastwirtschaft stets gerne willkommen.

Zu Silvester 1977 hatte Peter Düttmann seine ehemaligen Fliegerkameraden zu sich nach Esslingen eingeladen. Da kam die Idee auf, doch mal den Versuch einer Wiedersehensfeier zu starten und dazu auch die Schwarzen Männer, wie das Bodenpersonal ja hieß, einzuladen, soweit die Anschriften bekannt waren. Nun tauchte die Frage „wo?“ auf. Heinz Ewald, der mich und auch unseren kleinen Laden hier kannte, schlug Altenstein vor. Von den Anwesenden kannte natürlich keiner den Ort Altenstein und auch nicht den Namen Hofmann. Ich habe noch alle Anwesenheitslisten mit den Namen der Teilnehmer von 1978 an.

Aus guten Zeiten: Unser Kamerad Hans Hofmann in Aktion, am Gedenkplatz in Altenstein. Foto von Links: Peter Düttmann, Heinz Ewald, Viktor Petermann, Fritz Schelker, Hans Hofmann, Walter Krupinski, Horst Amberg, Ludwig Neisius, Fritz Wenner,  Werner Debschütz und Franz Gärtner

Aus guten Zeiten: Unser Kamerad Hans Hofmann in Aktion, am Gedenkplatz in Altenstein. Foto von Links: Peter Düttmann, Heinz Ewald, Viktor Petermann, Fritz Schelker, Hans Hofmann, Walter Krupinski, Horst Amberg, Ludwig Neisius, Fritz Wenner, Werner Debschütz und Franz Gärtner

Für die folgenden Wiedersehensfeiern hat dann Heinz Ewald die Organisation übernommen. Nach seiner schweren Erkrankung habe ich diese Aufgabe weitergeführt, bis durch einen Glücksfall unser Manfred Wägenbaur zu uns gekommen ist, der mir die Arbeit abnahm und die Organisation bis zum heutigen Tage weiterführt. Wir hoffen, dass die Tradition noch lange Jahre weitergeführt werden kann und so der Nachwelt erhalten bleibt.   – Horridoh

(Hans Hofmann )

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