November 1938 – Sommer 1939

1. November 1938

Am Fliegerhorst Manching, südöstlich von Ingolstadt, wird die l./Jagdgruppe 433 (spätere l./JG 52 ) aufgestellt.

Trotz Zuführung von Personal aus den bereits bestehenden Jagdgruppen:

l./Jagdgruppe 233 – Bad Aibling,

l./Jagdgruppe 333 – Wiesbaden-Erbenheim,

l./Jagdgruppe 334 – Mannheim-Sandhofen,

ll./Jagdgruppe 334 – Herzogenaurach,

können nur 40 Prozent der Sollstärke bei den Staffeln und der Stabskompanie abgedeckt werden. Zur Ausbildung des Technischen Personals werden Offiziere und Unteroffiziere von den Technischen Schulen der Luftwaffe, so­wie Fachkräfte aus der Industrie zur Gruppe versetzt oder kommandiert.

Bis zum Jahresende 1938 haben die Staffeln eine Ist-Stärke von etwa 40 Mann, die Stabskompanie ist zwischen­zeitlich auf 120 Mann angewachsen.

Von der Soll-Stärke an Kraftfahrzeugen, vor allem bei den großen LKW, fehlen etwa zwei Drittel. Die Unterbringung der Soldaten im Fliegerhorst ist nicht gerade ideal. Bei den zu dieser Jahreszeit herrschenden Minustemperaturen müssen sie in den Neubauten untergebracht werden, die sie noch mit dem Fliegerhorstperso­nal teilen müssen

 

Anfang Dezember 1938

l./Jagdgruppe 433.

Zuweisung der ersten Jagdflugzeugen vom Typ Bf 109 D

Weihnachten 1938

Auf Grund des äußerst strengen Frostes und teilweisen Ausfall der Hallenbeheizung entstehen an mehreren Flugzeugen Motorschäden durch Vergaserrisse.

Samstag, 18. Februar 1939.

Auf dem Flug von Manching nach Berlin, zum Besuch der Automobil-Ausstellung, stürzt eine Ju 52 der Gruppe bei Falkenau, ca. 30 km nordöstlich Eger, im Schneesturm ab. Die an Bord befindlichen 11 Soldaten werden beim Aufschlag getötet.

1. Flugzeugführer Uffz. Mandelkow. Oberlt. Alfons Klein. Staffelkapitän 3./433 zugleich 2. Flugzeugführer, Ltn. Möljenhof, Feldw. Löhlein, Uffz. Esser, Uffz. Ludwig, Uffz. Pohl, Uffz. Buck, Uffz. Erhardt, Ogefr. Mandel und Gefr. Romen.

Leutn. K .H. Leesmann, wird bis zum Eintreffen des neuen Staffelkapitäns mit der Führung der 3. Staffel beauftragt.

Wie aus den vorhandenen Unterlagen ersichtlich, wird der Unfall als Besonderes Vorkommnis bis nach ganz Oben gemeldet. Dementsprechend laufen die Ermittlungen über alle Instanzen und in allen Richtungen.

Mittwoch, 1. März 1939

Oberlt. Helmut Kühle, erst kürzlich aus Spanien zurückgekehrt, wird mit der Führung der 3.IJG 433 beauftragt.

Aus  Jagdgruppe 433   wird  Jagdgeschwader 52

Montag, 20. März 1939

Umbenennung der l./Jagdgruppe 433 in l./Jagdgeschwader 52 in Manching.

Die Stellenbesetzung: (in Klammer das damalige Alter.)

Kommandeur:Hptm. Graf Dietrich von Pfeil und Klein-Eilguth, (31)

Staffelkapitän 1 Staffel: Oberlt.Adolf Galland. (27)

Staffelkapitän 2.Staffel: Oberlt.Wolfgang Ewald, (28)

Staffelkapitän 3.Staffel: Oberlt.Helmut Kühle, (25)

Chef Stabskompanie: Oberlt.Erich Woitke. (27)

Mit der Umbenennung erhält die Gruppe den Befehl zur Verlegung nach Böblingen.

 

Frühjahr 1939

I. Gruppe: Oberlt. Erich Woitke, Chef der Stabskompanie l. Gruppe, wird zu einer Jagdgruppe nach Eger/Böhmen versetzt. Oberlt. Eutsch wird mit der Führung der Stabskompanie beauftragt.

 

Samstag, 1. April 1939

l. Gruppe: Versetzung von Mannschaften der Flieger-Ersatzabteilung 13 Neubiberg zur Gruppe.

Donnerstag, 20. April 1939

l. Gruppe: Nach mehreren Verzögerungen, teils durch das obligatorische Aprilwetter, verlegt der fliegende Verband nach Böblingen.

Aus Anlaß des Führer-Geburtstages findet in München eine Parade statt. Eine Staffel, gebildet aus je einem Schwarm der 3. Staffeln, nimmt unter Führung von Oltn. Adolf Galland an der Flugparade teil.

Der Flugplatz in Böblingen, einer Kreisstadt ca. 10 km südlich von Stuttgart, ist ursprünglich ein ziviler Flugplatz aus den zwanziger Jahren, der mit dem Aufbau der Wehrmacht nun militärisch genutzt wird.

Die Stadt ist auch Garnison des Panzer-Regiments 8 der 4. Panzer-Brigade. Mit den Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften des Regiments entwickelt sich ein gutes, kameradschaft­liches Zusammensein.

Dienstag, 25. April 1939

l. Gruppe: Offizieller Einzug der Gruppe unter großer Beteiligung der Bevölkerung in Böblingen. Nach Ansprachen des Bürgermeisters Dr. Otto Röhm, des Landrats Dr. Raunecker, dem Kreisleiter der NSDAP Krohmeier bedankte sich Hauptm. Graf v. Pfeil für die herzliche Aufnahme der Gruppe durch die Stadt und ihren Einwohnern. Anschließend erfolgte eine Parade, an der Teile des Panzer-Regiments 8, Abordnungen von Stadt und Partei teilnahmen. Höhepunkt des Ganzen war der Überflug der 3. Staffeln.

Samstag, 24. Juni 1939

Auf Befehl des Luftwaffen-Führungsstabes sollen weitere 7 Nachtjagdstaffeln aufgestellt werden. Darunter auch die 11 .(N) JG 72, (die spätere 5./JG 52) auf dem Fliegerhorst Böblingen, mit Oberlt. August-Wilhelm Schumann als Staffelkapitän.

Ausgerüstet wird die Staffel mit dem Jagdeinsitzer Arado Ar 68.

Sommer 1939

Bis zum Beginn des Krieges werden in der l. Gruppe die Anordnungen und Befehle von allmöglichen Führungs­stellen umgesetzt und fleißig geübt. Es ist viel Brauchbares dabei, aber auch manches, das nur Kopfschütteln verursacht.

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