Transportbericht

Das Nesthäckchen

Die Nacht war kurz, denn um fünf Uhr morgens startete der Schwarm unter ‘Manni’ Wägenbaur nach Süden. An Tiefflug in der Schweiz war aufgrund des Fliegerwetters nicht zu denken, strömender Regen sollten uns bis zum Gotthardt begleiten. Auf der anderen Seite der Berge wurden wir durch die strahlende Sonne begrüßt. Die wetterlichen Bedingungen zum Verlad der Me 109 waren also bestens. Dies traf allerdings nicht für alle Bedingungen zu. Einen Vorgeschmack auf kommende Dinge bekamen wir durch eine Verspätung des Lkws. Diese hielt sich mit einer Stunde in Grenzen und wir konnten zügig mit der Verladung beginnen. Trotz etlicher technischer Hilfsmittel war beim Anheben der Maschine Muskelkraft befragt. Verschönert wurde uns diese Arbeit durch den andauernden Kunstflug der Werkspiloten von Aermacchi, deren Fabrik und Platz keinen Kilometer entfernt lag. Nach etwa zwei Stunden war dieser Teil fertig, wir lagen wieder im Zeitplan und infolge dessen kam bei uns Hochstimmung auf. Diese wurde jedoch nicht von der Mehrzahl der Italiener geteilt, die die Me wehmütig im Bauch unseres Vierzigtonners verschwinden sahen. Unsere Stimmung sollte sich in den kommenden Stunden ebenfalls auf einen Tiefpunkt bewegen. Ein Vorgeschmack dessen waren die Schwierigkeiten den beladenen LKW in den kleinen Straßen Venegonos zu wenden. Dies wurde dann doch noch Dank der Fähigkeiten des Fahrers gemeistert und es ging in Richtung Zoll. Doch sah sich dieser außer Stande uns weiter zu helfen, machte uns auf fehlende Papiere aufmerksam und wollte uns nach Chiasso schicken.

Mr. Longoni half aus und schickte uns zu einem ihm bekannten Zollbüros in der Stadt Varese.

Der Beamte dort war überaus kooperativ und hilfsbereit und die Ausstellung der begehrten Papiere kam gut voran. Zweifel kamen dann allerdings doch auf und der Autor diese Berichtes beratschlagte sich lange mit dem Beamten was denn fehle und was zu tun sei. Und dies ohne gegenseitige Kenntnis der Sprachen. Rücksprache mit Maurizio Longoni, Manni Wägenbaur, dem Fahrer des LKW und dem Chef der Spedition Kollmannsberger ließen nur eine Alternative aus dieser Misere erkennen: Einen Umweg über den Brenner !

Während also unsere wertvolle Fracht über Österreich fuhr und Karl Geiger zu unerwarteten Fahrerfreuden kam, ging es für den Rest der Truppe über die Schweiz nach Singen. Unsere Brummis konnten sich keiner Minute Schlafs erfreuen und auch die Nacht für den Rest war mit nur drei Stunden eher kurz bemessen. Für uns Begleiter ging es abermals um 4.45 Uhr morgens los, bis wir auf dem Rastplatz Pforzheim mit dem LKW aufschlossen und uns von der Unversehrtheit der Fracht überzeugen konnten. Die restlichen Kilometer nach Speyer waren ein Katzensprung und um 9.30 Uhr konnte mit dem Abladen begonnen werden. Über den Zustand der Me staunten nicht nur die Museumsangestellten sondern auch die ersten Besucher des Museums. Der Zusammenbau der Maschine zog sich bis zum Abend hin und wurde nur durch das Mittagessen unterbrochen.

Zu aller Fairnis muß man dazu sagen, daß wir jede Minute davon genossen haben und daß wir es den italienischen Mechanikern verdanken, daß diese Arbeit so reibungslos verlief.

Nach abschließendem gründlichen Polieren der Maschine hieß es um 18.00 Uhr: Start frei in eine einjährige Museumssaison in Speyer !

Der Abschied von Speyer fiel nicht nur uns sondern auch den Italienern schwer und wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen bei der offiziellen Einweihungsfeier am 25. Juli.

Horrido !

(R.T)

Die 109 G-4 in Speyer umrahmt von einem Mercedes Cabrio und einem Horch

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Polierarbeiten Me 109

Polierarbeiten Me 109

Streicheleinheiten für das liebste Kind der TG-JG 52

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