1945

Donnerstag, 1. Februar 1945

Major Adolf Borchers übernimmt von Major Batz die lll. Gruppe, Batz wird Kommandeur ll. Gruppe.

l. Gruppe: Die Gruppe meldet je eine Bauchlandung wegen Motorschaden der Bf 109 G-14 Werknr.S12 451 (20%) südlich von Neiße und der Bf 109 G-6 Werknr.165 066 (10%) in der Nähe von Walldorf. Beide Flugzeugführer bleiben unverletzt. (QueIle: Gen.Qum.VI)

Leutn. Karl Munz, ein “Urgestein“ des Geschwaders, ausgezeichnet mit dem Deutschen Kreuz in Gold, übernimmt die Führung der 3. Staffel. Bei einigen in der Gruppe, so auch bei der 3. Staffel, hat es personelle Veränderungen gegeben. So möchte Klaus Streblow künftig mit Herr Unteroffizier und Fritz Rieder mit Herr Feldwebel angesprochen werden.

Oberlt. Walter Wolfrum hat nach schwerer Verwundung (16.07.1944) und dem anschließenden Genesungsurlaub, wieder die 1 Staffel übernommen. Oberlt. Manfred Eberwein, seit Verwundung von Wolfrum Führer der 1 .Staffel, wird zum JG 54 versetzt. Dort über­nimmt er als Staffelkapitän die 3. Staffel.  ll. Gruppe: Leutn. Friedrich Haas, wird mit der Führung der 5. Staffel beauftragt.

 

Freitag,  2. Februar 1945

ll. Gruppe: Ltn. Ewald startet um 15.20 von Veszprem aus zur freien Jagd in den Raum Stuhlweißenburg. Dort trifft er auf zwei La 5, was für ein seltenes Kräfteverhältnis, und schießt eine davon ab, sein 68. Luftsieg.

Samstag,  3. Februar 1945

l. Gruppe: Bruchlandung der Bf 109 G-14 Werknr.786 335 auf dem Fpl. Weidengut wegen eines Bedienungsfehlers.

Schaden 25%. (Quelle: GenQum.VI)

lll. Gruppe: Nach den Luftkämpfen mit einer Übermacht rus-sischer Jäger, meldet die 10. Staffel zwei Verluste. Uffz. Helmuth Zühlke gefallen -Aufschlagbrand nordöstlich Brieg./Schles. Bf 109 G-14 Wnr. 511 444 “Schwarze 7“. Uffz; Alois Pietsch, wird im Raum Brieg vermißt. Bf 109 G-14 Wnr. 512 151 “Schwarze 11“. (QueIIe: Gen.Qum.VI)

Sonntag, 4. Februar 1945

l. Gruppe: Bf 109 G-14 Werknr.51 1 897 Bauchlandung infolge Motorschaden bei Warschau? 30% (Quelle: Gen.Qum.VI) ll. Gruppe: Etwa um 09.50 Uhr startet ein Schwarm in den Raum Budapest und fliegt dort Tiefangriffe auf Marschkolonnen. Eine Stunde später kehren sie ohne Verluste wieder zurück.

In dem Kampfgebiet um Stuhlweißenburg sind harte Kämpfe (lV.SS-Pz.Korps) im Gange. Beide Seiten erhalten größtmögliche Luftunterstützung, die einen mehr, die anderen weniger, und somit “hängt der Himmel voller Geigen“.

Um 12.50 Uhr startet Leutn. Ewald mit Uffz. Kellmayer zum Begleitschutz für Panzerjäger vom Typ Hs 129 in den Raum Stuhlweißenburg. Es kommt zum Luftkampf mit 2 IL-2 und 2 Jak 9, der aber erfolglos abgebrochen wird. Landung in Veszprem 13.40 Uhr. Im Verlauf des Nachmittags starten mehrere Rotten und Schwärme zur freien Jagd in den Raum Stuhlweißenburg. Als Leutn. Esau mit seinen Männern auf einen   jagdgeschützten  Verband  lL – 2  trifft,  gelingt  ihm  der Abschuß von 2  La 5. Luftsieg 69 und 70.

lll. Gruppe: Fw. Hans Wunder, 9. Staffel, kehrt nach dem Einsatz im Raum Brieg – Oppeln nicht mehr zurück und muß als vermißt gemeldet werden. Bf 109 G-1 4 Werknr. 511 487 “weiße 11“. (Quelle: Gen.Qum.VI)

Mittwoch, 7. Februar 1945

l. Gruppe: Im Verlauf des Vormittags werden von den Staffeln Tiefangriffe auf Lkw und Marschkolonnen geflogen und verle­gen anschließend nach Breslau-Schöngarten.

Donnerstag, 8. Februar 1945

III .Gruppe: Beim Start vom Flugplatz Weidengut stürzt Uffz. Rudolf Hermann 10. Staffel, aus nicht erkennbarer Ursache, in der Nähe des Platzes tödlich ab. Bf 109 G-14 Werknr. 512 385 “schwarze 14“.

Bf 109 G-14 Werknr. 517 463 abgeschossen Durch russische FIak bei Bösdorf im Kreis Neisse. FF unverletzt.

Freitag. 9. Februar 1945

1 .Gruppe: Bei Tiefangriffen der 2. Staffel auf Feindkolonnen im Raum Breslau, wird Leutn. August Rieckhoff durch Flak abge­schossen. Schwer verwundet macht er eine Bauchlandung. Er wird ins Breslauer Elisabeth-Spital eingeliefert, wo er wenige Stunden später verstirbt. Bf 109 G-14 Werknr. 465 315 “Schwarze11“ Beim Start der 3. Staffel zur Verlegung, zurück nach Weidengut, kommt Fw. Penschke mit seiner 109 vor die Bf des Fähnr. Leisebein, die bricht aus und macht einen Kopfstand. Fazit: Leisebein muß noch eine Nacht in Schön-garten bleiben.

Samstag, 10. Februar 1945

1 .Gruppe: Bei den Einsätzen am Nachmittag beweist Oltn. Wolfrum, daß er durch seine lange Abwesenheit nichts verlernt hat und schießt eine Jak 9 als 127. Luftsieg ab. Er selbst (natürlich die Maschine) bleibt auch nicht ungeschoren und muß bei Steinau, ca. 30 km nordöstlich Liegnitz, notlanden. lll. Gruppe: Fähnr. Arno Groß, 9. Staffel, kehrt vom Einsatz in den Raum Stubendorf, Kreis Groß Strelitz, nicht mehr zurück und muß als vermißt gemeldet werden. Bf 109 G-14 Werknr. 512 149 “Weiße 4“. Kleine Geburtagsfeier anläßlich des 32.Geburtstag von Major Borchers.

Sonntag, 11. Februar 1945

l. Gruppe: Tiefangriff russischer Jäger auf den Flugplatz  Weidengut ca.30 km südwestlich Oppeln. Fähnr. Horst Muschinski, 3. Staffel, wird durch Bordwaffen-beschuß schwer verwundet und in das Ortslazarett von Reichenbach eingeliefert.

Montag, 12. Februar 1945.

Il. Gruppe: Ltn. Ewald startet um 12.55 Uhr von Veszprem zur freien Jagd in den Raum Budapest. lm Luftkampf mit einigen Lagg‘s ist an seiner 109 ein Teil der Motorhaube gerißen und er muß, um schlimmeres zu verhindem, den Kampf sofort abbrechen. Ohne weitere Probleme schafft er den Heimflug und landet um 13.30 Uhr. Ohne Erfolge und Verlusten werden, zumindest von der 7.Staffel, am Nachmittag noch einige Einsätze geflogen.

lll. Gruppe: Gefr. Heinz Gräfe, 11. Staffel, wird im Luftkampf mit russischen Jägern tödl. abgeschossen. Aufschlagbrand am Nordrand von Jauer (Liegnitz?). Bf 109 G-14 Werknr. 512 399.

Donnerstag, 15. Februar 1945

Hptm.Helmut Lipfert, wird im Austausch mit Hauptm. “Bubi“ Hartmann Kommandeur der l./JG 53. Ungern verläßt er seine Staffel. Am 16.12.1942 kommt er mit 26 Jahren, als frisch “gebackener‘ Flugzeugführer zum Geschwader und wird der 6. Staffel zugeteilt. Nachdem Oltn. H. Schmidt vom Einsatz nicht mehr zurück ge­kommen ist, wird er mit der Führung der Staffel beauftragt.

Mit 179 Luftsiegen bekommt die l./JG 53 nach Hartmann einen ebenso “mit allen Wasser gewaschenen“, erfolg­reichen Kommandeur. Damit er ein Stück “Heimat“ bei sich hat, nimmt er sich seinen ständigen Katschmarek, Obfhr. Josef Prokoph und Oltn. Hans Handschug als Adjutanten mit. Ltn. Heinz Ewald erhält den Auftrag, vor­erst die Führung der Staffel zu übernehmen.

Freitag, 16. Februar 1945

1. Gruppe: Gefr. Peter Christmann, 2. Staffel, wird im Luftkampf mit russischen Jägern abgeschossen. Bei Silberberg, ca. 5 km südöstlich Schweidnitz/Schlesien macht er eine Bauchlandung bei der er sich schwer verletzt. Einlieferung in das Ortslazarett von Glatz. Bf 109 G-14 Werknr.786 502 “Schwarze 5“.

Montag, 19. Februar 1945

lI. Gruppe: Gefr. Kurt Müller startet um 09.20 Uhr im Verband der 7. Staffel zum Feindflug. Infolge Motorschadens bricht er den Einsatz ab  und  fliegt  allein  zum  Platz  zurück  und  wird vermißt. Auf dem Rückflug wurde er vermutlich von Feind­jägern abgeschossen.  Später findet man ihn, 4km nördl. von Tet/Ungam, tot in seiner Maschine. Bf 109 G-10 U-4 Wnr. 610 485 “Schwarze 8“.

Dienstag,  20. Februar 1945

Il. Gruppe: Um 09.40 Uhr startet Ltn. Düttmann zum Begleitschutz für 16 Fw 190 in den Raum nördlich Gran. Ohne Feind-berührung kehrt er nach einer Stunde zurück.

Leutn. Ewald startet um 13.25 Uhr mit der 6. Staffel zum Überführungsflug nach Raab. Bei der Landung um 14.00 Uhr bricht die Maschine von Ewald aus und wird leicht beschädigt.

Mittwoch,  21. Februar 1945

lI. Gruppe: Ltn. Ewald startet um 09.15 Uhr, nicht mit seiner “Gelben 3“ sondern mit der “Gelben 9“, zum Begleitschutz für Fw 190 Schlachtflieger (ll./SG 2 “1“) nördlich von Gran. Den Luftkampf mit 6 Jak 9 und 4 Lagg 5 bricht er erfolglos ab und fliegt nach Hause. Landung 10.10 Uhr am Platz Raab. 13.10 Uhr Start der Alarmrotte mit Uffz. Kellmayer. Nach erfolglosem Luftkampf mit 3 Jak 9  kehrt die Rotte um 13.45 Uhr zurück.

Donnerstag, 23. Februar 1945

ll. Gruppe: Die 6. Staffel startet um 14.30 Uhr von Raab zur Rückverlegung nach Veszprem und landet dort um 14.50 Uhr.

Samstag, 25. Februar 1945

lI. Gruppe: 12.35 Uhr Alarmstart bei der 6. Staffel aber ohne Feindberührung. Dafür Tiefangriffe auf Marschkolonnen mit gu­ter Trefferwirkung.

Dienstag, 27. Februar 1945

l. Gruppe: Die “Wetterrotte“ der 3. Staffel mit Feldw. Penschke und Rottenflieger Fähnr. Leisebein, wird von eigener leichter Flak beschossen. Ja, ja, der Flugzeugerkennungsdienst und die “Muffe“.

Mittwoch, 28. Februar 1945

Oltn.Rudi Trenkel, dem Staffelkapitän der 2. Staffel, ( Sarrottistaffel ) wird der Sternchenanhänger für die Frontflugspange i. G. verliehen.

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